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Die Familienministerin verfolgt ein von uns allen begrüßenswertes Ziel: die Bekämpfung von Kinderpornographie. Leider hat Ursula von der Leyen, die in einigen Teilen der Gesellschaft nur noch als Zensursula bekannt ist, vor lauter Kinderschutz den Schutz der verfassungsrechtlich garantierten Grundrechte aus den Augen verloren – und damit auch den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Natürlich wird jeder vernünftige Bürger für Kriminalitätsbekämpfung sein, aber die Frage, ob ein absoluter Polizeistaat den richtigen Weg, das verhältnismäßige Mittel, darstellt, darüber herrscht glücklicherweise (noch?) Dissens. Aufgabe der Politik wäre es einen Mittelweg zwischen Freiheit und Schutz – ein alt bekanntes Dilemma – zu finden.

Von der Leyen war und ist jedoch geradezu von der Idee besessen, der Kinderpornographie den Gar auszumachen – um Bürgerrechte und -Freiheiten schert sie sich wenig. Sie stört sich nicht daran, dass sich sogar Opfer von Kinderpornographie gegen die Zensur des Internets ausgesprochen haben, sie stört sich nicht daran, dass sich Fachexperten gegen die Zensur des Internets ausgesprochen haben und auch nicht daran, dass sich die Zensurmaßnahmen innerhalb von 30 Sekunden – ohne großes Fachwissen umgehen lassen. Um ihre Ziele durchzusetzen hat sie sogar mehrfach die Unwahrheit gesagt – als Ministerin. Anstatt sich um die gezielte Löschung kinderpornografischen Materials zu kümmern, wird der Internetzugang eines jeden Bürgers zensiert – ungeachtet der Tatsache, dass professionelle Kinderporno-Konsumenten die Sperre ohne weiteres umgehen oder sich ihren “Stoff” auf anderen Wegen besorgen können (das wird an Effizienz nur noch von der Vorratsdatenspeicherung übertroffen, die sich in jeder Telefonzelle umgehen lässt). Der vermeintliche Schutz der Kinder wird vorgeschützt, um Zensur zu üben – und dabei stellen kinderpornografische Inhalte nicht das Ende der Zensurliste, sondern vermutlich erst den Anfang dar. Die weiteren Folgen lassen sich bereits erahnen, da CDU-Generalsekretär Strobl schon die Forderung formuliert hat, auch Inhalte mit “Killerspielen” sperren zu lassen. Wann landen missliebige Kommentare auf der Liste?

Heute wurde das Gesetz nun mit den Stimmen der SPD und der CDU/CSU durchgesetzt und damit können wir nach dem Bankgeheimnis und dem Fernmeldegeheimnis nun also auch das Recht auf unzensierten Zugang zum Internet beerdigen.

Wie der eigene Wahlkreisabgeordnete abgestimmt hat, erfährt man auf dieser Seite. Dabei kann man sich das nachsehen eigentlich schenken, denn SPD und CDU/CSU stehen recht einheitlich hinter dem Gesetz – Abgeordnete der FDP stimmten, wie die meisten anderen MdB der Oppositionsfraktionen dagegen. Man kann nur hoffen, dass die Wähler diese Politik der Bürgerrechtsunterminierung im September abstrafen – bei den aktiven Internetnutzern, kann man sich sicher sein (Gründe hier).

CarelessnessCC by Ms. President (flickr)

(Symbolfoto)

Buch aus der Uni-Bibliothek ausgeliehen, aufgeschlagen und was fällt mir entgegen? Die Ausleihquittung einer Leserin, die das Buch vor mir benutzt hat. Und auf dieser Ausleihquittung befindet sich auch die Benutzernummer dieser Leserin. Und diese Leserin, nennen wir sie mal spaßeshalber Uschi ;) ist, wie ungefähr alle Studenten Mitglied bei StudiVZ. Dort hat Uschi ein Profil, dass für alle recht vollständig sichtbar ist. Weil sie es vermutlich witzig findet, dass Menschen, mit denen sie auf StudiVZ befreundet ist, aber die sie sonst seit ca. 10 Jahren nicht mehr gesehen hat, mit einem fetzigen Text zum Geburtstag gratulieren, hat Uschi auch das Geburtsdatum eingetragen – für alle sichtbar.

Die Uni-Bibliothek legt das Geburtsdatum als Standardpasswort für den Zugriff auf das Ausleihkonto fest. Zusammen mit der Nummer von der Quittung könnte man sich jetzt in Uschis Benutzerkonto einloggen und erfahren, in welcher Straße sie wohnt, welche Email-Adresse sie hat und über welche Telefonnummer man sie erreichen kann. Glücklicherweise hat Uschi nur selten Gebühren zu bezahlen und wenn doch, so tut sie es über den Zahlautomaten – hätte sie ihre Konto-Daten hinterlegt, so würde man ebenfalls Zugriff auf diese haben. A propos Finanzen: einmal eingeloggt hätte man auch die Möglichkeit jede Menge Bücher vorzumerken und ein paar Vormerk-Gebühren anzusammeln. Und es wäre natürlich auch ein leichtes ihr Passwort zu ändern. Aber natürlich machen wir nichts davon und entsorgen die Quittung – und zwar gründlich.

Also?

  • Der gesunde Menschenverstand sollte einem sagen, dass man sensible Daten wie ein Geburtsdatum nicht an jeder Ecke und für alle sichtbar eintragen sollte.
  • Standardpasswörter sollte man schleunigst ändern.
  • Quittungen mit persönlichen Daten sollte man ordentlich entsorgen (das gilt auch für die EC-/CC-Quittung aus dem Supermarkt).

(und das sind dann dieselben Leute, die sich über einen zugemüllten Briefkasten aufregen, weil sie bei jedem Möbelhausgewinnspiel für eine Türkeireise mitmachen…)

Die LMU München bietet ihren Studenten in vielen Unibereichen WiFi-Versorgung. Um diese mit dem iPhone nutzen zu können, gibt es zwei Möglichkeiten: zum einen kann man sich, sobald man mit dem LRZ-WLan verbunden ist, mit Safari über die Adresse https://vpnweb.lrz-muenchen.de einloggen und surfen. Der Nachteil an dieser Lösung: die Session bleibt nur begrenzt gültig, so dass man sich sehr oft neu einloggen muss.

Die bessere Lösung stellt der integrierte VPN-Client des iPhones dar. Zur Konfiguration:

1. mit dem LRZ-WLan verbinden
2. Einstellungen -> Allgemein -> Netzwerk -> VPN -> VPN-Konfiguration hinzufügen.
3. In der Konfiguration den Reiter “IPSec” auswählen und folgende Daten eingeben:
Beschreibung:  mwen
Server: ipsec.lrz-muenchen.de
Account: eigener Campus-Account
Passwort: eigenes Campus-Passwort
Gruppenname: mwnpda
Shared Secret: dieses erhält man nach Login (mit Campus-Daten) bei https://www.lrz-muenchen.de/services/netz/mobil/vpnpda
Dort einfach das “Passwort” der Sektion “Allgemein” übernehmen und in der VPN-Konfiguration des iPhone eintragen.

Sobald Ihr Euch mit dem LRZ-WLan verbunden habt, braucht Ihr nur noch den VPN-Schalter unter Einstellungen auf I zu stellen und schon kann’s mit dem Surfen losgehen.

CC by pigeonpoocc by pigeonpoo

Es gibt diese Tage, da wird einem wiedermal bewusst, wie sehr sich die Nachrichten- und mit ihr die Medienwelt verändert hat. In der SZ, die heute – wie jeden Morgen – vor meiner Haustür lag, war von Mike Tysons Tochter die Rede, die sich in einer lebensbedrohlichen Situation befinde. Nach dem Frühstück fiel mir bei Spiegel Online eine Meldung auf, die vom Tod des Mädchens berichtete. Sicher fallen Nachrichten wie diese, ungeachtet ihrer menschlichen Tragik, in den Gossip-Bereich – aber sie verdeutlichen, dass Tageszeitungen, für die Verbreitung aktueller Nachrichten, einfach nicht mehr das Medium der Wahl sind. Aufgrund ihrer physischen Beschaffenheit werden sie von Digitalmedien im entscheidenden Faktor Geschwindigkeit überholt. Während es für die Allgemeinheit von eher untergeordneter Bedeutung ist, ob sie vom Tod der Tochter Mike Tysons in der Mittwochs- oder der Donnerstagsausgabe erfahren, spielt die Aktualität bei anderen Nachrichten, wie z.B. Meldungen aus (internationaler) Politik und Wirtschaft  jedoch eine Schlüsselrolle.

Eine Lanze für den Qualitätsjournalismus

Für Zeitungsverlage bleibt also nur eines: sie müssen sich auf ihre Kernkompetenzen besinnen und das ist handwerklich guter Journalismus. Aktuelle Meldungen und die schnelllebigen Nachrichtenwelt sollten in den Hintergrund treten und den (eigenen) Online-Medien überlassen werden; stattdessen müssen sorgfältig recherchierte, investigative und tiefergehende Berichte über das informieren, was im täglichen Nachrichtenalltag verloren geht. So können Journalisten zudem weiterhin ihre Aufgabe als “vierte Gewalt” wahrnehmen und Politik und Wirtschaft auf die Finger (sc)hauen. Mit dem teils zu beobachtenden unkritischen Übernehmen von Pressemitteilungen und dem Umformulieren von Agenturmeldungen wird in Zukunft (hoffentlich) nichts mehr zu gewinnen sein.

Wozu also Tageszeitung?

Dabei stellt sich aber die Frage: Brauchen wir für diese Art von Journalismus noch die Tages-Zeitung, die ihren Schwerpunkt häufig in der Wiedergabe der momentanen Nachrichtenlage hat, aber gleichzeitig bereits beim Aufschlagen nicht mehr aktuell ist? Vermutlich eignen sich hier wöchentlich erscheinende Publikationen, wie Die Zeit, Der Spiegel und Sonntagszeitungen viel besser. Im FAZ-Verlag hat sich beispielsweise die Sonntagszeitung (FAS) in den letzten Jahren stark entwickelt und weist bereits eine fast genauso hohe Auflage auf, wie die Wochentagsausgabe.

Das Wochenmagazin als Zukunftsmodell?

Im SZ-Magazin (!) “Wozu Zeitung” wurde diese Idee am Beispiel des Christian Science Monitor ebenfalls thematisiert. Die ehemalige Tageszeitung erscheint nun nur noch online und die Sonntagsausgabe wurde zu einem (Print-)Magazin ausgebaut. Auch unter ökonomischen Gesichtspunkten kann diese Aufteilung sinnvoll sein: immerhin werden so die hohen Produktions- und Logistikkosten, die beim Print anfallen reduziert, während gleichzeitig die Chance besteht im Internet Werbeeinnahmen zu generieren.

Auch Deutschlands erfolgreiche Nachrichtenseite Spiegel Online mit seinem Printmagazin Der Spiegel können als funktionierendes Beispiel für diese Strategie angeführt werden. Dabei hängt das Gelingen auch vom Umstand ab, dass sich Online-Dienst und Magazin von Anfang an ergänzt haben und nicht in Konkurrenz miteinander standen.

Das Wochenzeitungsmodell stellt damit zumindest mittelfristig einen interessanten Ausweg aus der Zeitungskrise dar – abzuwarten bleibt, ob sich das Modell auf längere Sicht bewährt oder ob wöchentliche Publikationen in einigen Jahren denselben Gang wie die Tageszeitungen gehen. Aber mal ganz ehrlich: mit einer schönen (Sonntags-)Zeitung im Café zu sitzen ist doch etwas anderes, als mit dem Laptop oder?

Man kann darüber streiten, wie effektiv es ist Einkaufslisten über das iPhone zu verwalten. Ich habe es jedenfalls mal ausprobiert, allerdings hat mir dabei die Rechtschreibkorrektur des iPhones einen sehr merkwürdigen Verbesserungsvorschlag gemacht:

iPhone Rechtschreibung

Nomadic Geeks

cc by prawnpie

Als Nomadic Geeks werden nicht die Menschen bezeichnet, die man täglich in den Starbucks’ dieser Welt stundenlang an ihren Notebooks sitzen sieht – die sogenannten Nomadic Geeks gehen noch eine Schritt weiter: sie machen nicht nur ihr Arbeits- sondern ihr gesamtes Leben völlig mobil. Statt in einem Apartment, leben sie in einem Camp-Mobil und reisen durch die Lande. Anders als die Althippies aus dem letzten Jahrhundert wollen sich diese neuen Nomaden allerdings nicht aus dem Wirtschafts- und Gesellschaftssystem ausklinken. Ihre wichtigste Verbindung bleibt die ins Internet, die je nach Standort über WiFi oder Mobilfunk hergestellt wird. Über diese Ader bleiben die mobil Lebenden nicht nur mit ihren Freunden und Verwandten, sondern auch mit ihren Auftraggebern in Kontakt – denn gearbeitet wird trotzdem. Dank einer Tätigkeit im Bereich Grafikdesign oder Programmierung lässt sich die Arbeit damit gut vom Home bzw. Mobile Office aus erledigen. Die Welt sehen und gleichzeitig den Job nicht aus den Augen verlieren, reisen und doch auch nebenbei Geld verdienen – das ist wohl die pragmatischste Antwort, die man in diesen Zeiten auf ein eigenes Drängen nach Freiheit finden kann.

Links

Ich bin ja eigentlich seit 2004 begeisterter Mac-Nutzer, aber da nun seit einigen Monaten auch ein EeePC im Haushalt ist, benutze ich ihn auch ab und zu.

Nun tauchte das Problem auf, dass die im EeePC 901 (mit XP) verbaute Webcam nicht mehr gefunden wurde. Ich dachte zuerst an einen Hardwaredefekt oder vermutete, dass Windows die Kamera wohl irgendwie deaktiviert hatte. Die Lösung wurde nach kurzem googeln gefunden und hilft vielleicht auch dem ein oder anderen weiter: einfach auf das EeePC Tray-Utility klicken und “Kamera aktivieren” auswählen – so einfach und doch so kompliziert ist das. Weitere Bemerkungen, die auf die Usability von Mac OS X und den Vergleich mit Windows abzielen, schenke ich mir jetzt ;)

Ich schreibe gerade an meiner Abschlussarbeit und verbringe somit zwangsläufig eine Menge Zeit am Computer. Gerade bei komplexen Zusammenhängen braucht man Ruhe und Konzentration, denn die kleinste (manchmal auch willkommene) Ablenkung stört den Gedanken- und damit Schreibfluss.

So sehr ich mir auch vorgenommen habe mich von einer eingehenden Email nicht ablenken zu lassen – meist siegt doch die Neugierde und man sieht nach, was sich hinter roten 1 neben der Briefmarke verbirgt. Leider ist es mit dem Lesen der Email allein noch nicht getan: meist wird vom Absender eine Reaktion erwartet. Entweder man antwortet also gleich oder man verschiebt es auf später, was wiederum zur Folge hat, dass man wieder eine Sache mehr in den Gedanken hat. In jedem Fall ist man aber raus, aus den Gedanken.

Heute war dann der erste Tag, an dem ich den mich erreichenden Informationsfluss gezielt gesteuert habe. Die Schritte zum Erfolg:

1. Email-Programm zu
2. Skype zu
3. iPhone in den Flugmodus
4. Anrufbeantworter für das Festnetz anschalten

und siehe da: so sieht ruhiges Arbeiten aus! Emailprogramm und iPhone habe ich in meinen Arbeitspausen ein paar Mal angemacht, allerdings habe ich eingegangene Nachrichten oder Anrufe erst am Abend beantwortet.

Das ganze wäre jetzt auch nicht so berichtenswert, wenn ich nicht bei meinem abendlichen Ausflug ins Web zufällig auf einen Artikel bei Zeit online ( http://www.zeit.de/online/2009/11/internet-verweigerung ) gestossen wäre, der eben dies zum Thema hatte: ausstecken! Zwar wurde die Sache noch in Richtung einer Luxus-Armut-Debatte diskutiert – einer These, der ich nicht folgen will –  aber der Kern ist gleich: konzentriertes Arbeiten wird durch ständig eintrudelnde Nachrichten stark erschwert. Sogar von einer schleichenden Veränderung der Wahrnehmung war die Rede.

Fazit: wenn man beruflich nicht wirklich ständig erreichbar sein muss und sich auf wichtige Dinge konzentrieren möchte, dann sollte man es einfach mal ausprobieren: alle Verbindungen für ein paar Stunden zu kappen kann produktiv und erholsam sein.

CC by photo galleryCC by photogallery.

Ich habe den heutigen Abend mit der Lektüre der FAS verbracht und muss sagen: es war nicht nur entspannend, sondern wirklich mal wieder recht informativ. Wenn ich Nachrichten im Internet lese, habe ich oft das Gefühl, etwas gehetzt zu sein – meist überfliegt man Meldungen, die einen – sagen wir mittelmäßig interessieren – bloß und ist schon bei der nächsten Sache. Bei so einer gemütlichen Zeitungslektüre ist das, zumindest bei mir, irgendwie anders, da lese ich zwa auch nicht alle Artikel, aber ich nehme mir doch eher die Zeit einen Artikel, der nicht so in mein “Beuteschema” passt, mehr oder weniger in Ruhe durchzulesen. Und das erweitert ja unbestritten den Horizont (ich hatte z.B. bisher noch nie etwas von einem Food-Philosoph names Pollan gehört).

Fragt sich nur, woher diese andere Art der Lektüre kommt? Zum einen sind es natürlich die äußeren Umstände: wenn man mal schnell SpOn checkt, hat man weniger Zeit für tiefergehendes Lesen, als an einem gemütlichen Sonntag. Aber abgesehen davon, ich glaube, dass ich Zeitungsartikel ein höheres Vertrauen entgegenbringe, was die Qualität und den erwarteten Informationswert betrifft – und bin deshalb eher bereit mich auf den Text einzulassen. Das hängt auch mit dem physisch begrenzten Platz in Zeitungen zusammen – da muss immer noch von Redakteuren entschieden werden, ob es ein Artikel wert ist, zu erscheinen. Im Internet (v.a. bei Blogs) läuft das anders und auf die Schwarmintelligenz ist ja auch nicht immer Verlass, deshalb lese ich dort auch nur Beiträge, deren Überschrift mich interessiert.

Genug Reflexion für heute – weiter im Netz ;)

ICEICE. CC by Tiexano.

Rücktrittsforderungen gegenüber Mehdorn, Datenskandal, kaputte Achsen und immer wieder Verspätungen – die Bahn hat scheinbar ein Abo auf schlechte Presse. Hier kommt der Gegenbeweis:

Dass alles im Leben relativ ist, zeigt der Blogbeitrag von Dave Demerjian im Wired Blog Autopia, denn dieser tut etwas, das für manch Leid geplagten Bahnkunden wohl unverständlich ist: er wünscht sich den ICE für sein Heimatland USA. Der Autor kann sich zwar nicht für die DB-Regio-Züge erwärmen, ist aber dafür von der perfekten Organisation der Anschlusszüge begeistert (ich kenne geschätzte 128 Fälle aus meinem Bekanntenkreis, die vom absoluten Gegenteil berichten…):

“The high-speed train that would carry me to Vienna was literally five steps across the platform where my dirty little RB pulled in, a perfect example of German organization and efficiency.”

Weiter geht die Reise dann im ICE und Demerjian kommt aus dem Schwärmen nicht mehr heraus:

“It puts the airlines to shame, what with the plush leather seats, oak tables, high ceilings, and sparkling glass doors. A little voice inside my head  thought it was a bit extreme, but it was quickly drowned out by a uniformed Deutsche Bahn attendant politely asking if I’d care for a drink and offering a selection of complimentary newspapers. Later, I was served a meal on real china with proper flatware. 

The experience underscored how miserable air travel can be. I had plenty of space for my bulky bag, and the legroom – imagine that! legroom! – was like nothing I’ve experienced on a commercial flight. The experience was calming and relaxing, with passengers whiling away the time reading, tapping away at laptops, or sleeping in comfortable reclining seats. A glowing sign at the front of the car informed us of our speed and arrival time. For the next five hours I glided through Germany and into Austria on the smoothest, quietest train I’ve ever experienced, sipping German beer in frosty glasses most of the way. (…) Five hours on the Intercity Express, and I’m a believer.”

So ein Bericht sollte der Deutschen Bahn doch runtergehen wie Leinöl, oder? Und obwohl sich meine persönlichen Erfahrungen mit Bahnreisen in sehr engen Grenzen halten, frage ich mich: Was gibt es eigentlich dauernd an der Bahn herumzumeckern? Ist das ein typisch deutsches Phänomen, oder sind wir einfach nur zu verwöhnt? Wenn ein Amerikaner so von unserem ICE begeistert ist, warum schaffen wir es nicht auch, dem DB-Flaggschiff ein bisschen mehr Sympathie entgegenzubringen? 

Und weiter sollte ich mich fragen: warum fahre ich eigentlich so selten Bahn? Zumindest auf letzteres kenne ich die Antworten: 1. Faulheit (und der Wunsch nach Flexibilität) siegt meistens; 2. das unglaublich komplizierte Tarifsystem der Bahn; 3. häufig überfüllte Züge – alles kann ein amerikanischer Blogger eben auch nicht wissen.

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