Warum der iPod zum Handy werden muss

Über ein „iPhone“ von Apple wird nicht erst seit heute spekuliert. Im Gegenteil, es ist ein länger gehegter Wunsch der Apple-Fans iPod und Handy in einem Gerät aus Cupertino bekommen zu können. Nun erfüllte sich leider nicht jeder Traum der Macianer (Neuauflage des Newton, Tablet Mac), aber doch muss es hier in Apples Interesse sein ein kombiniertes Mobilfunk-Player-Gerät auf den Markt zu bringen. Zugegeben: die Marktanteile des iPod sind beeindrucken — in USA kommen 82 % der Festplatten-Musikplayer und 62 % aller MP3-Player von Apple (siehe TechNewsWorld). Die Frage ist nur, wie lange die Firma diese Marktdurchdringung halten kann.

Ein Handy hat man immer dabei

… und viele von ihnen geben passable Musikplayer ab. Festplatten werden immer kleiner und der Speicher (Festplatte oder Flash) wird immer billiger; Nokia hat mit dem N91 bereits ein Mobiltelefon mit 8GB Speicher auf dem Markt und Sony-Ericsson buhlt mit den neue Walkmen-Handys ebenfalls um die Gunst der Musikliebhaber. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Handys es speicherplatzmäßig mit dem (großen) iPod aufnehmen können. Spätestens dann stellt sich die Frage: was soll mit in die Hosen- oder Jackentasche: iPod und Handy oder doch lieber nur ein Gadget? Bei den meisten würde wohl die Wahl aufs Mobiltelefon fallen. Die momentan eher schwache Akkuleistung vieler Handys bei der Musikwiedergabe sollte in nächster Zeit ebenfalls in den Griff zu bekommen sein.

Die Zeit ist günstig

… für Apple in den Handy-Player-Markt einzusteigen. Der Erfolg besonders des zweiten iPod Shuffle zeigt: Apple MP3-Spieler verkaufen sich, weil sie von Apple sind. Die Firma sollte also den derzeitigen Aufwind im Massenmarkt nutzen. Auch im Hinblick auf den (hohen) Aktienkurs von AAPL ist es sinnvoll den MP3-Player Markt weiter auszubauen: Analysten kümmern sich wenig um die hervorragenden Rechner, sondern nur um die iPods, weil sie einfach mehr Geld in die Kassen spülen. Verlieren die iPods Marktanteile an Handys sinkt auch der Aktienkurs von Apple.

Multimedia statt nur Musik

Ein anderer Weg für Apple bestünde auch darin stärker auf Filme zu setzen. Die kann man nämlich nach wie vor auf den kleinen Handy-Displays nicht wirklich geniessen und braucht somit unterwegs noch ein zweites Gerät. Der Verkauf von Filmen und Serien über den iTunes-US-Store und die Videofunktion des aktuellen iPod sprechen ebenfalls für eine Verlagerung des Schwerpunkts in diese Richtung.

Glaskugel

Es bleibt also für Kunden und Analysten gleichermassen spannend, was sich Steve Jobs fürs nächste Jahr vorgenommen hat. Den iPod zu Gunsten des Alleskönner-Mobiltelefons für tot zu erklären ist allerdings unrealistisch: auch die Verbraucher haben ein Interesse, dass ein MP3-Player mit ihrem bereits gekauften Zubehör (Lautsprecher, Auto-Adapter, usw.) zusammenarbeitet. Ebenfalls nicht zu unterschätzen: die im iTunes-Music-Store gekauften Inhalte können dank DRM mobil nur auf iPods abgespielt werden — hat man schon einige Dollar/Euro in Musik gesteckt, will man sie auch weiterhin nutzen können. Falls das nur mit einem iPod geht, greift man notgedrungen wieder zum iPod.

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Ein Gedanke zu „Warum der iPod zum Handy werden muss

  1. Ich bemerke gerade in diesem Moment dass ich diesen Blog wesentlich mehr besuchen müsste :-) – da komme ich echt auf krasse Ideen

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