Zusammen gegen Knöllchen

BlitzerCC by jphintze

 

Wer heute in einem der Münchener Radiosender die Blitzermeldungen gehört hat, musste Zeit mitbringen: ein gutes dutzend mobile Blitzer wurden der Station gemeldet. Komisch ist das, angesichts des gar nicht mal so guten Wetters heute in München schon – denn meist rücken die mit Laserpistolen und Blitzern ausgerüsteten Heerscharen erst bei den ersten Frühlingssonnenstrahlen wieder konzertiert aus. Vielleicht lag es aber auch am gestern in Kraft getretenen neuen Bußgeldkatalog (obwohl sich die Änderungen vor allem auf Verkehrsverstöße außerorts auswirken). Wie dem auch sei – kleine Fehler können passieren und es gibt – dank iPhone und Internet – neue Mittel und Wege das Tappen in eine Radarfalle zu verhindern. Neben den Warnfunktionen, die schon in vielen Navis eingebaut sind, die aber leider nur über stationäre Blitzer informieren, gibt es mittlerweile schon zwei Applications für das iPhone, die mittels GPS und Internet auch vor temporären Kontrollen warnen. Zudem kann der Autofahrer, der einen Blitzer entdeckt hat die anderen auch gleich per iPhone warnen – quasi Lichthupe 2.0

Beide vorgestellten Programme funktionieren nach dem gleichen Prinzip, beide sind in der reinen Nutzung kosten- und anmeldefrei; man muss sich lediglich kostenfrei registrieren, um selbst auch Blitzer melden zu können.

 

Trapster – das Original

Trapster ist der „Klassiker“ der beiden Services – er funktioniert neben dem iPhone 3G auch mit einigen Nokia Modellen und Blackberrys mit GPS. Der Dienst wurde im Oktober letzten Jahres gestartet und warnt sowohl vor stationären wie temporären Blitzern, als auch vor generell beliebten Mess- und Kontrollstellen. Die User können diese Angaben bestätigen oder anzweifeln. Eine weitere Besonderheit von Trapster ist seine weltweite Abdeckung, das geht von Abu Dhabi bis Zürich. Trotzdem funktioniert der Dienst natürlich auch im Ausland nur mit einer ständigen Internet-Verbindung – was wiederum nur mit einer einheimischen SIM-Karte mehr oder weniger günstig zu bewerkstelligen ist (und damit aber ein unlocking des iPhones voraussetzen würde). Sowohl iPhone-App als auch Website wirken ausgereift und sind angenehm zu benutzen.

Was die Abdeckung in Deutschland, respektive in München angeht: es sind einige stationären Blitzer verzeichnet – meines Erachtens allerdings nicht alle; dafür gibt es aber einige Informationen über beliebte „Verstecke“ – aktuelle Meldungen über Radarfallen lagen gerade nicht vor. 

 

Radalert – Sixt kümmert sich um Autofahrer

Radalert ist der Newcomer der beiden, der erst Ende Januar gestartet ist. Entwickelt wurde das ganze von der Pullacher Autovermietung Sixt und ist – anders als Trapster – (momentan) auf Deutschland begrenzt. Auf der Website gibt es zudem (für registrierte Nutzer) eine Routenplaner-Funktion. Die praktische Information über beliebte Messpunkte fehlt leider bei Radalert – gerade in der Anfangsphase mit eher wenigen Meldern würde dies aber Sinn machen. Sowohl Website als auch die iPhone-Application (auch für Blackberry verfügbar) wirken im Vergleich zu Trapster eher wie eine Beta-Version (aber als solche ist der Dienst auch deklariert). Interessant ist die Idee zusätzlich ein Call-Center für nicht-Smartphone Nutzer einzurichten – allerdings stellt sich die Frage, warum Autofahrer dort anrufen sollten, wenn sie von den Informationen nicht in vollem Umfang (Live-Warnung) profitieren können.

Die Anzahl der eingezeichneten stationären Radarfallen ist für den Großraum München meines Wissens nach relativ vollständig. Zum aktuellen Zeitpunkt lagen aber ebenfalls keine Informationen zu mobilen Blitzern vor. 

 

Rechtlich

In einem Artikel über Radalert bei Spiegel-Online wird auch auf die rechtliche Situation eingegangen – es handelt sich wohl um eine Grauzone. Allerdings unterscheidet sich der Dienst auch nicht wesentlich von Blitzermeldungen im Radio.

 

… und moralisch?

Hier möchte ich aus dem About Trapster Text zitieren, dem nichts mehr hinzuzufügen ist: 

„In fact, the police we’ve spoken with actually like the idea. It beeps, people slow down, they have met their objective, you save money on the ticket and insurance, and everyone is happy.“

 

Fazit

Trapster bietet für den deutschen Autofahrer vor allem wegen der Konkurrenz durch Radalert, weniger Informationen über fest installierte Radarfallen. Pluspunkte sind hingegen die ausgereiftere Software und die Informationen über Mess-Schwerpunkte. Radalert hat vermutlich in Deutschland aufgrund der Bekanntheit von Sixt die besseren Startchancen, wirkt aber noch nicht so ausgereift wie der amerikanische Service. Klar ist: am Ende „gewinnt“ derjenige, der die meisten aktiven Nutzer zu bieten hat, denn darauf basiert das ganze System ja.

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2 Gedanken zu „Zusammen gegen Knöllchen

  1. trapster datenbank in D/EU etwas dünn??? in D sind mitlerweile ALLE festen blitzer von usern eingtragen worden!

    radalertt kauft seine daten bei scdb ein! und die sind fast immer ungenauer als trapster! gerade was häufige blitzerorte angeht!!!

  2. Trapster hat seine Daten komplett von SCDB geklaut, insofern kann RedAlert schon einmal nicht schlechter sein. Aber nehmt doch gleich das Original, die App von http://www.blitzer.de, alle festen Blitzer und mobile in Echtzeit. Bin bisher damit ganz glücklich.

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