iPad – Nutzungsszenarien

Bildausschnitt des Apple-Videos. CC siehe Link. CC: Tom Raftery.

Apple ist sehr gut darin, Menschen (insbesondere mich) für Produkte zu begeistern, die rational betrachtet nicht unbedingt zum Überleben nötig sind. Das iPad ist so ein Gerät.

Zu meiner Verteidigung, wenn ich bald frühmorgens und frierend vor dem Apple Store in München angetroffen werde, sage ich schon jetzt: ja, ich habe Verwendung für dieses „magical device“ und ich habe es mir bereits mehrfach (noch vor seiner Vorstellung) gewünscht. Und zwar immer dann, wenn ich recht unbequem mit eeePC oder iPhone surfenderweise auf dem Sofa oder im Bett gelümmelt bin. Natürlich darf man nicht vergessen, dass das iPad eher etwas für Leute mit etwas mehr Zeit ist, bzw. für Menschen, die sich die Zeit zum Medienkonsum bewusst nehmen. Das bringt mich auch schon zum ersten (und von Apple bisher eventuell etwas verkannten Nutzungsszenario):

Ältere Menschen
Zwar würde mich meine Mutter mit tötenden Blicken strafen, wenn ich sie nun hier einsortiere – aber ich tue es trotzdem (schließlich ist sie nicht ganz unschuldig daran). Als ich ihr neulich begeistert das iPad-Video zeigte, war ihre Reaktion sofort: „Wäre das nichts für mich?“ Genau genommen wäre es perfekt: das iPad ist ideal für Menschen, denen Computer immer ein wenig suspekt und zu kompliziert waren, die aber trotzdem von den Möglichkeiten des Internets angezogen werden. Was ist also einfacher als die intuitive Steuerung mit den Händen und der Umstand, dass man an der Software des Geräts eigentlich selbst kaum Schaden durch Fehlbedienung anrichten kann. Schade ist dabei nur, dass man (noch) einen Computer mit iTunes zur Einrichtung und Wartung des Gerätes benötigt. Aber wer weiß, vielleicht gibt es in ein paar Jahren eine Standalone-Version des Gerätes, das dank UMTS keinerlei Computer- oder Netzwerkkenntnisse voraussetzt? Ältere Menschen könnten damit ohne Probleme an der digitalen Welt teilnehmen.

Haus-Steuerung
Nicht nur für ältere Menschen wäre der Einsatz des iPads im Bereich Home-Control interessant. Elegant und praktisch ließen sich damit Beleuchtung, Heizung, Bewässerung und Sicherheitsanlagen steuern. Schon heute finde ich es ganz praktisch den Hauseingang, der mit IP-Kamera überwacht wird, über eine iPhone-App im Blick zu haben. Leider hat sich das vernetzte Haus, vermutlich auch wegen der noch horrenden Kosten, bisher nicht durchsetzen können. Aber was nicht ist, kann ja noch werden und das iPad wäre sehr gut geeignet alle Hausfunktionen übersichtlich darzustellen.

Lehre und Ausbildung

Auch dieser Bereich stellt einen interessanten Einsatzzweck des iPads dar. So sind ja bereits einige Lehr-Apps für das iPhone, z.B. im Bereich Medizin erschienen. Das iPad löst damit vor allem das Problem eines zu kleinen Bildschirmes. Dank der Größe könnten Lehrinhalte (auch mit Videos oder drehbaren Grafiken versehen) besser dargestellt werden. Gleichzeitig müssen die Schüler und Studenten nicht mehr bergeweise Bücher mit sich herumschleppen. Auch wäre das Mieten von Lehrbüchern oder das Ausleihen aus den Uni-Bibliotheken grundsätzlich denkbar. Auch die iBooks-Application könnte hier eine gute Basis sein.

Küche
Jamie Oliver machte es mit seiner eleganten App „20 Min Meals“ vor: digitale Kochbücher bzw. Koch-Apps sehen auf dem iPhone schick aus – nur leider ist alles etwas klein. Ich stelle mir eine Koch-App auf dem iPad vor, die übersichtlich, grafisch anspruchsvoll und durch Videos ergänzt ist. Der Sachverhalt „iPad in the kitchen“ wird übrigens auch bei unplggd heiß diskutiert.

iPad – eine geschlossene Veranstaltung

Trotz aller Begeisterung darf man aber die Schattenseiten des iPads nicht verschweigen. Apple führt damit, nach dem iPhone, ein weiteres Gerät ein, das dem System von Trusted Computing sehr nahe kommt. Heißt für die Nutzer: Apple kontrolliert über seinen App-Store, welche Software der Nutzer auf seinem Gerät installieren darf. Zu leicht bekleidete Damen? Sorry, nicht im App-Store (wie etwa bei der Stern.de-App geschehen). Eine fragwürdige Politik, die sich ändern muss, wenn das Gerät für Magazininhalte (wofür es ebenfalls hervorragend geeignet ist) genutzt werden soll. Schließlich sprechen wir beim Beispielfall nicht von Hardcore-Bildern, sondern von Inhalten, die auch auf Stern.de gezeigt wurden.

Fazit

Allerdings stellt das iPad, trotz dieser Einschränkungen, eine großartige Idee dar – man darf gespannt sein, was die Medienanbieter für die Plattform entwickeln und wie die Nutzer dies annehmen. Wir sehen uns dann Ende März vor dem Apple Store ;)

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