Lohnt sich die Apple Watch? Langzeit-Review

2D85D32A-1A2E-4E16-9B54-BBB5BBA37617Seit September 2015 bin ich Besitzer einer Apple Watch Sport in Schwarz. Die Frage, die ich am häufigsten zu hören bekomme, ist die, ob sich der Kauf gelohnt hat bzw. ob „man so etwas (vermeintlich unnützes) wirklich braucht“. — Jedes Mal muss ich dann wieder an die zahllosen Konversationen über Sinn und Unsinn meines iPads der ersten Generation denken… Lohnt sich also die Apple Watch, braucht man sie? Wie bei vielen Gadgets, vor allem bei Gadgets erster Generation, lautet die Antwort: „Nicht unbedingt, aber…“

Bei der Apple Watch lautet mein „aber“, dass ich einfach neugierig auf das Produkt war. Ich wollte wissen, wie die Zukunft von und mit Wearables aussehen kann. Und ich war gespannt, wie es sich anfühlt, Apples „most personal device yet“ zu tragen. Ja, nennt mich Fanboy ;)

Nach fast einem halben Jahr, in dem ich die Apple Watch täglich getragen habe, konnte ich mir ein ganz gutes Bild von dem Gerät machen. Die Frage, ob man sie wirklich braucht, kann ich immer noch nicht mit einem eindeutigen Ja beantworten. Aber die Watch hat einige Vorzüge, die ich nicht mehr missen möchte. Deshalb geht es in diesem Text auch nicht um eine vollständige Aufzählung aller Funktionen, sondern ich möchte hervorheben, was mir bei der Benutzung positiv oder negativ aufgefallen ist.

Wecker

 

Apple Watch mit Nightstand von Spigen auf der Nachttisch-Lampe.

Zunächst ist die Apple Watch ein ziemlich guter Wecker, vor allem in Verbindung mit einem Nightstand. Mir gefällt, dass das Gerät auf Erschütterungen und Antippen reagiert und die aktuelle Uhrzeit anzeigt. Außerdem schaltet sich die Beleuchtung der Watch einige Minuten vor der eingestellten Weckzeit an und sorgt so für ein etwas sanfteres Aufwachen.

 

 

Benachrichtigungen

Zentrales Merkmal der Apple Watch ist, dass sie die Benachrichtigungen, die auf dem iPhone eingehen, anzeigt und den Nutzer mit einem leichten Antippen und einem Toneffekt darauf hinweist. Das kann bei Wichtigem sinnvoll sein, bei vielen anderen Push Benachrichtigungen kann es aber auch schnell nerven. Deshalb habe ich die Benachrichtigungen auf der Watch stark reduziert und zwar auf Anrufe, SMS, und ausgewählte Pushs von wichtigen Apps. Hier ist definitiv der User gefragt, eine gesunde Filter-Auswahl zu treffen und sich nicht unnötig zu stressen.

 

Watchfaces

Die Apple Watch bietet eine Vielzahl verschiedener Zifferblätter, die über „Komplikationen“ teilweise auch noch stark selbst angepasst werden können. So lässt sich die Uhr perfekt auf den Tag anpassen. Während der Arbeitswoche lasse ich mir etwa immer den nächsten Termin unten auf dem Zifferblatt anzeigen. Sehr praktisch ist außerdem die Möglichkeit, die aktuelle Außentemperatur direkt auf dem Zifferblatt anzuzeigen. Ich bin kein Wetternerd, aber dieses Feature nutze ich erstaunlich oft. Auf meinem Ziffernblatt ist außerdem immer die Aktivitätsanzeige mit eingeblendet.

 

Aktivitäts-Tracker

 

 

Mittels eingebauter Sensoren kann die Apple Watch erfassen, wie viel man sich an einem Tag bewegt hat. Drei Ringe symbolisieren die Aktivität:

 

  • Durch Bewegung verbrauchte Kalorien,
  • „Trainings-Minuten“ (hierzu zählt bereits zügiges Gehen) und
  • „Stehstunden“ (Ziel ist es, innerhalb von 12 Stunden je mindestens einmal pro Stunde seine sitzende Tätigkeit durch mindestens eine Minute Stehen zu unterbrechen).

Alle drei Ziele sind erreicht, wenn alle drei Ringe am Ende des Tages gefüllt sind. Damit das auch passiert, erinnert die Watch auf Wunsch zumindest jede Stunde daran, für eine Minute aufzustehen und sich zu bewegen. Manch einer mag das als Bevormundung empfinden, ich finde es im Büro durchaus ganz hilfreich. Das Bewegungs-Ziel wird wöchentlich in Abhängigkeit der Bewegungsaktivität der vergangenen Tage neu festgelegt. Natürlich hat das viel mit Nudging und mit dem Versuch der Selbstoptimierung zu tun. Ist das negativ? In diesem Fall meiner Meinung nach nicht.

 

Anrufe und SMS

Ja, man kann über die Watch telefonieren. Ist es praktisch? Nicht unbedingt, denn die Gesprächsqualität ist nicht wirklich herausragend und man kann es eigentlich nur zuhause machen, da der Gesprächspartner ja für alle hörbar ist. Häufiger antworte ich auf iMessages über die Watch. Entweder über anpassbare Standardphrasen (Ja, Nein, Ich bin auf dem Weg – und zig andere) und intelligente Antworten, manchmal auch über die Diktierfunktion. Intelligente Antworten ermöglichen es über die Watch, konkrete Fragen zu beantworten. Das System erkennt oder-Fragen und bietet passend vorbereitete Antworten an. Zum Beispiel werden die Worte „Pizza“ und „Pasta“ als Antworten vorgeschlagen, wenn das Gegenüber fragt „Möchtest du heute Abend Pizza oder Pasta essen?“. So kann man es sich manchmal sparen, das iPhone aus der Tasche zu holen und bleibt dennoch keine Antwort schuldig.

 

Siri

Zu Siri habe ich ein zwiegespaltenes Verhältnis. Ich behaupte mal das liegt an ihr, weil sie manchmal einfach nicht will, wie ich will. Leider setzt sich unser Beziehungsstatus („It’s complicated“) auf der Watch (ja sogar auf dem Apple TV) fort. Dinge wie Wecker stellen klappen gut, auch SMS funktionieren meistens. Bei Kalendereinträgen und Erinnerungen arbeiten wir weniger harmonisch zusammen. Positiv zu vermerken ist aber, dass Siri nicht nur über die „digital crown“ aktiviert werden kann, sondern auch durch das Heben des Arms in Kombination mit den Worten „Hey Siri“. Wirklich praktisch ist die Funktion beim Kochen, wenn es darum geht, schnell einen Timer zu stellen. Anders als beim iPhone gibt Siri auf der Watch kein akustisches Feedback, sondern reagiert nur nur in Grafik- bzw. Textform.

 

Akku

Dank nächtlichem Laden im Nightstand ist die Akku-Kapazität der Watch für mich kein Thema. Ich kam bisher nie in die Verlegenheit die Gangreserve aktivieren zu müssen, weil abends immer noch genug „Saft“ da war.

 

Fazit

Ich benutze die Watch nach wie vor täglich. Vor allem natürlich, um auf die Uhr zu schauen, das Wetter zu checken, Messages zu lesen (und manchmal auch direkt zu beantworten) und mich davon zu überzeugen, dass ich zu viel sitze.

Wirklich praktisch ist die Apple Watch beim Sport und wenn man auf Reisen ist.IN fremden Städten ist die Watch ein hilfreicher Reisebegleiter, immer vorausgesetzt, man hat vor Ort einen Datentarif. Ich habe hier die meiner Meinung nach besten Reise-Apps für die Apple Watch zusammengefasst.

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