iPad Pro als Laptop-Ersatz – was ist zu beachten?


Das iPad Pro soll in meinem Fall das Versprechen von Apple erfüllen, dass das iPad für viele Menschen den Computer ersetzt. Meine Entscheidung ist eine pragmatische: Mein 2011-er MacBook Air ist in die Jahre gekommen und liegt die meiste Zeit unbenutzt herum (und Mac OS Sierra wird es wohl nicht mehr bekommen). Was ich dagegen jeden Tag in der Hand und auf Reisen dabei habe, ist mein iPad. Es ist leicht, vielseitig und hat eine lange Akkulaufzeit. Und: Es sollte alle meine privaten Anforderungen erfüllen.

iOS 11 und der etwas größere Bildschirm des iPad 10.5 haben mich überzeugt, den „Switch“ zu wagen und voll auf’s iPad Pro umzusteigen. Immerhin habe ich schon letztes Jahr völlig problemlos meine komplette Steuererklärung am iPad gemacht, dann sollte der Rest des digitalen Lebens wohl auch darüber zu managen sein.

1. Das Hardware-Setup


Mein iPad Air habe ich also durch ein iPad Pro 10.5 ersetzt. Es ist schnell und hat ein tolles, größeres Display. Gleichzeitig kann man es – anders als das große iPad Pro – noch bequem mit einer Hand halten und problemlos mitnehmen.

Tastatur ist ein Muss
Der Umstieg vom MacBook auf’s iPad macht eine Tastatur dringend notwendig. Zum einen natürlich, weil das Schreiben tausend Mal bequemer ist, zum anderen, weil man durch Tastatur-Shortcuts flinker arbeiten kann.

Für das iPad Air hatte ich eine Logitech Tastatur im Einsatz, die über Bluetooth gekoppelt war. Dank des Smart Connectors am iPad Pro verwende ich nun das Smart Keyboard von Apple. Das hat drei Vorteile: Man kann sofort lostippen, sobald es angesteckt ist, man muss sich nicht um den Ladestand der Akkus sorgen und es ist deutlich kompakter und somit immer dabei. Meiner Meinung nach tippt es sich darauf auch wirklich gut. Wer unsicher ist: Auf in den Apple Store und testen.

Stift
Ich habe mich für den Apple Pencil entschieden – leider rächt sich mal wieder, dass ich weder eine besonders leserliche Handschrift noch eine künstlerische Ader beim Zeichnen habe. Aber auch als reiner Eingabestift ist der Apple Pencil meiner Meinung nach genial und ersetzt irgendwie auch Maus oder Trackpad.

Der Nachteil im Gegensatz zu einem einfachen Eingabestift: Man muss Bluetooth einschalten und der muss regelmäßig geladen werden. Außerdem funktioniert er nur mit iPad Pros. Der Vorteil: Er fühlt sich beim Zeichnen fast magisch an und ermöglicht zudem punktgenaue Eingaben. Mit 109 € kein Schnäppchen, aber in der Bedienung genial.

Drucker
Wirklich notwendig, wenn das iPad den Laptop ersetzen soll, ist für mich ein AirPrint-fähiger Drucker. Denn bis das papierlose Büro Realität wird, werden wohl noch ein paar Bäume ihr Leben lassen müssen.

Ich habe mich vor ein paar Jahren für den Brother MFC-J8700 DW entschieden. Er war nicht besonders teuer und verrichtet seinen Dienst. Da ich vorher Laserdrucker hatte, ärgere ich mich nun über ständig leere Patronen. Der Scanner liefert außerdem trotz zugehöriger Brother-App leider keine OCR-PDFs. Sagen wir es so: Dem Tag an dem diese Gerät die Segel streicht, sehe ich mit einer gewissen Vorfreude entgegen. Mittlerweile unterstützen immer mehr Drucker AirPrint unter anderem auch Farblaser-Drucker.

2. Welche Aufgaben sind zu erfüllen?

Im „echten“ Büro arbeite ich an einem Windows PC. Mein iPad Pro ersetzt also keinen Arbeitscomputer sondern nur meinen privaten Rechner. Die Aufgaben deshalb ganz klassisch: Fotobearbeitung, Mails, mal einen Brief schreiben, Surfen, Banking, das persönliche Leben organisieren, ab und an ein Urlaubsvideo schneiden sowie bloggen, Videos schauen, lesen… Wer spezielle Aufgaben hat, muss sich natürlich vorher schlau machen ob der Satz stimmt: „There’s an app for that“.

3. Welche Daten müssen mit – und wohin?

Wenn man sich überlegt, als – sagen wir ambitionierterer Privat-Nutzer – den Laptop einzumotten und voll auf’s iPad zu wechseln, muss man überlegen, welche Daten benötigt werden. Besondere Dateiformate verlangen besondere Umsicht.

In meinem Fall war die Überlegung recht leicht, denn vieles liegt bereits in der Cloud oder im Netzwerk: Meine zigtausend Fotos der letzten gut 15 Jahre (iCloud), meine Musik (Spotify), meine eBooks (Kindle) und viele der neueren Dokumente (iCloud). Bleiben also noch die persönlichen Dokumente wie Rechnungen oder Konto-Auszüge. Diese habe ich seit einigen Jahren auf meinem NAS abgelegt, damit ich sie sowohl vom MacBook als auch von iPad oder iPhone aus nutzen kann – das zahlt sich jetzt aus.

Einige alte Dokumente – meist Word-Dateien oder PDFs – habe ich mit einem Klick ebenfalls aufs Netzwerk-Laufwerk umgezogen.

Ohne Netzwerkspeicher, bleiben die üblichen Cloud-Dienste wie Apples iCloud, Dropbox, Google Drive oder One Drive (Microsoft) als Ablagemöglichkeit.

Der in iOS 11 integrierte Dateimanager ist zumindest derzeit in Beta 5 nicht wirklich zur Organisation persönlicher Daten zu gebrauchen und ist bisher eine etwas bessere iCloud-App. So kann man beispielsweise leider bisher im Speicher „Auf meinem iPad“ noch nicht einmal eigene Ordner anlegen. Das geht nur im Bereich iCloud. Hoffentlich tut sich bis zur finalen Version von iOS 11 da noch etwas.

4. Backup-Lösung

Das iPad unterwegs dabei zu haben, heißt auch: Es kann schneller weg sein als ein Desktop oder kaputtgehen. Der gute alte Spruch „Kein Backup – kein Mitleid“ gilt also umso mehr. Will man den extra Rechner loswerden, bleibt nur ein Weg: Die Sicherung über Apples iCloud-Dienst. 5 GB sind hier umsonst, dann gibts noch Optionen für 50 GB (derzeit monatlich 0,99 €) bis 2 TB (derzeit 9,99 € pro Monat). Sollte das iPad aus welchen Gründen auch immer durch ein neues Gerät ersetzt werden, können alle Daten und viele Einstellungen sowie Fotos, Kontakte und so weiter direkt mit Hilfe der Apple ID über das Internet wiederhergestellt werden.

Checkliste: iPad Pro als Laptop-Ersatz
✔️ iPad Pro 10.5 oder 12.5 inch
✔️Apple SmartKeyboard oder USB-Keyboard (z.B. Logitech) mit entsprechendem Halter für eine bequeme Platzierung bei Tastatur-Nutzung
✔️Eingabestift z.B. Apple Pencil
✔️AirPrint-fähiger Drucker
✔️Evtl. NAS mit gut geeigneter App (z.B. WD MyCloud) oder ausreichend großer Cloud-Speicher
✔️iCloud-Speicher für Backups
✔️Und generell: Ein zügiger Internetanschluss, sonst ist die Cloud eher Qual als Segen.

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