Kindle wird global

Kindlecc by Brian Brooks

Der Kindle, der iPod der Bücher, wenn man so will, ist nun auch in Deutschland verfügbar – das heißt: fast. Zunächst hört sich das Angebot verlockend an: der begehrte E-Book-Reader von Amazon ist für 279 US-$, also knapp 190 Euro zu bestellen. Das Gerät wird ganz einfach über das Handynetz mit Lesestoff von Amazon beschickt und für den Nutzer fallen, abgesehen von den Kosten für das Buch, keine Mobilfunkgebühren, monatliche Kosten o.ä. an. Ebenso kostenlos ist der Zugang zu vielen bekannten Blogs und Wikipedia.

Diese verlockenden Features kann der Kindle-User jetzt, zu unveränderten Konditionen, in über 100 Ländern weltweit nutzen. So weit so gut. Abgesehen von der Abhängigkeit von einem Buchhändler, nämlich Amazon, und der Tatsache, dass dieser Bücher ebenso schnell wieder vom Gerät verschwinden lassen kann, ist der Bestellprozess für deutsche Kunden recht umständlich: Der Kindle kann nur über Amazon.com bestellt werden; der Europäer profitiert damit vom günstigen Dollar-Kurs, muss aber hohe Versandkosten und diverse Zollgebühren tragen. Spiegel Online errechnete einen Endpreis von ca. 300 Euro.

Weiterlesen

Advertisements

Selten dieser Tage: Lob für die Bahn

ICEICE. CC by Tiexano.

Rücktrittsforderungen gegenüber Mehdorn, Datenskandal, kaputte Achsen und immer wieder Verspätungen – die Bahn hat scheinbar ein Abo auf schlechte Presse. Hier kommt der Gegenbeweis:

Dass alles im Leben relativ ist, zeigt der Blogbeitrag von Dave Demerjian im Wired Blog Autopia, denn dieser tut etwas, das für manch Leid geplagten Bahnkunden wohl unverständlich ist: er wünscht sich den ICE für sein Heimatland USA. Der Autor kann sich zwar nicht für die DB-Regio-Züge erwärmen, ist aber dafür von der perfekten Organisation der Anschlusszüge begeistert (ich kenne geschätzte 128 Fälle aus meinem Bekanntenkreis, die vom absoluten Gegenteil berichten…):

„The high-speed train that would carry me to Vienna was literally five steps across the platform where my dirty little RB pulled in, a perfect example of German organization and efficiency.“

Weiter geht die Reise dann im ICE und Demerjian kommt aus dem Schwärmen nicht mehr heraus:

„It puts the airlines to shame, what with the plush leather seats, oak tables, high ceilings, and sparkling glass doors. A little voice inside my head  thought it was a bit extreme, but it was quickly drowned out by a uniformed Deutsche Bahn attendant politely asking if I’d care for a drink and offering a selection of complimentary newspapers. Later, I was served a meal on real china with proper flatware. 

The experience underscored how miserable air travel can be. I had plenty of space for my bulky bag, and the legroom – imagine that! legroom! – was like nothing I’ve experienced on a commercial flight. The experience was calming and relaxing, with passengers whiling away the time reading, tapping away at laptops, or sleeping in comfortable reclining seats. A glowing sign at the front of the car informed us of our speed and arrival time. For the next five hours I glided through Germany and into Austria on the smoothest, quietest train I’ve ever experienced, sipping German beer in frosty glasses most of the way. (…) Five hours on the Intercity Express, and I’m a believer.“

So ein Bericht sollte der Deutschen Bahn doch runtergehen wie Leinöl, oder? Und obwohl sich meine persönlichen Erfahrungen mit Bahnreisen in sehr engen Grenzen halten, frage ich mich: Was gibt es eigentlich dauernd an der Bahn herumzumeckern? Ist das ein typisch deutsches Phänomen, oder sind wir einfach nur zu verwöhnt? Wenn ein Amerikaner so von unserem ICE begeistert ist, warum schaffen wir es nicht auch, dem DB-Flaggschiff ein bisschen mehr Sympathie entgegenzubringen? 

Und weiter sollte ich mich fragen: warum fahre ich eigentlich so selten Bahn? Zumindest auf letzteres kenne ich die Antworten: 1. Faulheit (und der Wunsch nach Flexibilität) siegt meistens; 2. das unglaublich komplizierte Tarifsystem der Bahn; 3. häufig überfüllte Züge – alles kann ein amerikanischer Blogger eben auch nicht wissen.

Zusammen gegen Knöllchen

BlitzerCC by jphintze

 

Wer heute in einem der Münchener Radiosender die Blitzermeldungen gehört hat, musste Zeit mitbringen: ein gutes dutzend mobile Blitzer wurden der Station gemeldet. Komisch ist das, angesichts des gar nicht mal so guten Wetters heute in München schon – denn meist rücken die mit Laserpistolen und Blitzern ausgerüsteten Heerscharen erst bei den ersten Frühlingssonnenstrahlen wieder konzertiert aus. Vielleicht lag es aber auch am gestern in Kraft getretenen neuen Bußgeldkatalog (obwohl sich die Änderungen vor allem auf Verkehrsverstöße außerorts auswirken). Wie dem auch sei – kleine Fehler können passieren und es gibt – dank iPhone und Internet – neue Mittel und Wege das Tappen in eine Radarfalle zu verhindern. Neben den Warnfunktionen, die schon in vielen Navis eingebaut sind, die aber leider nur über stationäre Blitzer informieren, gibt es mittlerweile schon zwei Applications für das iPhone, die mittels GPS und Internet auch vor temporären Kontrollen warnen. Zudem kann der Autofahrer, der einen Blitzer entdeckt hat die anderen auch gleich per iPhone warnen – quasi Lichthupe 2.0

Weiterlesen

Who killed the electric car?

Bei der Vorstellung des neuen Elektro-Minis samt Mietbedingungen, werden besonders bei amerikanischen Usern Erinnerungen an den GM EV-1 wach. Dieses Elektroauto wurde 1996 vorgestellt und nur im Rahmen eines Leasing-Vertrages abgegeben. Die Resonanz war gut, dennoch wurden die Fahrzeuge plötzlich wieder eingezogen und verschrottet. 

Die Dokumentation „Who killed the electric car?“ geht diesem Verschwinden auf den Grund. Im folgenden sehenswerten Video kommen der Regisseur, sowie eine ehemalige GM-Mitarbeiterin zu Wort und es werden ausführlich Filmszenen eingespielt.

Link: Who Killed the Electric Car

 

Für die eiligen gibts hier noch den (weniger aussagekräftigen, aber dennoch interessanten) Trailer:

Der Auto-Bonus der großen Koalition

cc by AR

Die deutsche Automobilbranche liegt danieder: die Opelwerke machen Pause, BMW kündigt verlängerte Weihnachtsferien an und auch Automobilzulieferer Bosch gibt seinen Beschäftigten wegen geringer Nachfrage frei. Schuld sei die Finanzkrise, heißt es einhellig aus Politik und Wirtschaft. Wirklich?

Weiterlesen